1. Navigation
  2. Inhalt
Inhalt

Zielvereinbarungen

Institutionelle Zielvereinbarungen, also die Vereinbarung verbindlicher Ziele zwischen Organisationseinheiten (z.B. zwischen SMK und SBI oder zwischen der Sächsischen Bildungsagentur und einer einzelnen Schule) sind Kernbestandteil des neuen Modells der Steuerung schulischer Qualität. Sie sollen zur Verbesserung der Qualität im Bildungssystem beitragen. Institutionelle Zielvereinbarungen werden für und zwischen Organisationseinheiten geschlossen, sie unterscheiden sich dadurch von Zielvereinbarungen zwischen Mitarbeitern und Vorgesetzten. Die Einzelheiten des Vereinbarungsprozesses sind in der Handreichung beschrieben.

Im Einzelnen soll durch die Einführung institutioneller Zielvereinbarungen folgendes erreicht werden:

  • Transparente Ziele
    Alle Beteiligten meinen das Gleiche, wenn sie von Schulqualität sprechen. Es existiert eine einheitliche bildungspolitische Strategie, die klar definiert, was im gesamten Land mit der Qualitätsentwicklung angestrebt wird. Diese Strategie ist allen Beteiligten bekannt und wird in transparente Ziele übersetzt.
  • Gemeinsame Verantwortung
    Qualitätssicherung und Qualitätsentwicklung werden zur zentralen gemeinsamen Aufgabe aller am Schulsystem Beteiligten: Schulen haben in diesem System eine andere Aufgabe als die Schulaufsicht – die Funktionen ergänzen sich gegenseitig.
  • Größere Eigenverantwortung
    Auf der Grundlage der Zielvereinbarung tragen jeweils die Stellen die Verantwortung für das Entwickeln und Umsetzen der geeigneten Maßnahmen, die dazu am besten geeignet sind: Übergeordnete Stellen (SMK, SBA) sollen nur Aufgaben übernehmen, zu deren Erfüllung die jeweils nachgeordnete Ebene nicht in der Lage ist.
  • Weniger Detailsteuerung
    Die übergeordneten Stellen beschränken ihr Steuern weitgehend auf die für alle verbindliche bildungspolitische Strategie und auf die Ergebnissicherung. Dadurch ermöglicht der Kreislauf flexiblere Lösungen unter Berücksichtigung der vor Ort vorhandenen Bedingungen.
  • Bei der klassischen Steuerung sind die nachgeordneten Einrichtungen (SBA, SBI, Schulen) durch Vorgaben und Aufträge eher "Betroffene". Bei der neuen Steuerung durch Zielvereinbarungen werden diese Einrichtungen als Gesamtheiten stärker zu "Beteiligten". Damit wird der Prozess der Stärkung der Eigenverantwortung der Einzelschule konsequent fortgesetzt.
  • Klarheit über die Aufgabe bei der Qualitätsentwicklung
    Alle beteiligten Institutionen erhalten mehr Möglichkeiten als bisher, sich ein Bild über ihren eigenen Stand und ihre Rolle in der Qualitätsentwicklung zu machen. So können sie ihre weitere Entwicklung souveräner bestimmen. Die Schulaufsicht gewährleistet die inhaltliche, planerische und organisatorische Gestaltung des Schulwesens, beaufsichtigt die Schulen und begleitet diese darüber hinaus beratend und unterstützend. Auch die Schulaufsicht erhält so einen größeren Handlungsspielraum und kann ihre Ressourcen gezielter einsetzen.

Ziel der neuen Steuerung über Zielvereinbarungen ist es, die Eigenverantwortung von Schule zu stärken. Die Verantwortung für den Gesamtprozess liegt beim SMK. Die Steuerung konzentriert sich auf das:

  • Vereinbaren und Überprüfen der Zielerreichung,
  • Unterstützen und Beraten im Durchführen der Maßnahmen (bei Bedarf).

Das schließt jedoch nicht aus, dass es aus besonderen Anlässen dennoch zu Entscheidungen der Schulaufsicht (SMK oder SBA) auf der Grundlage des Schulgesetzes kommen kann:

Zum einen auf Grund sich verändernder (rechtlicher, pädagogischer, sächlicher) Rahmenbedingungen in Form von Einzelaufträgen, Vorgaben oder speziellen Anweisungen, die über die Festlegungen in der Zielvereinbarung hinausgehen. Zum anderen kann es an der Schule zu unvorhersehbaren Entwicklungen kommen, die die Arbeit an den Maßnahmen zur Zielerreichung maßgeblich beeinflussen.

Marginalspalte

Download

Bild: Institutionelle Zielvereinbarungen - Titelseite

Zielvereinbarungen im sächsischen Schulsystem - Handreichung für Schulen und Schulaufsicht im Freistaat Sachsen

© Sächsisches Staatsministerium für Kultus